Megatrend: Urbanisierung

Laut dem IDOS German Institute of Development and Sustainability entfielen im Jahr 2026, auf Städte nur 2 Prozent der Erdoberfläche. In diesen leben heute laut IDOS bereits über 50 Prozent der Weltbevölkerung. Bis 2050 sollen laut verschiedenen Prognosen 70 Prozent aller Menschen in Städten leben.

Wachstum braucht intelligente und digitale Infrastrukturen

Die zentralen Fragen dabei lauten: Wie können urbane Infrastrukturen so gestaltet werden, dass Ressourcen geschont werden? Wie können Infrastrukturen die Wasserversorgung und die Abwasserentsorgung bei wachsenden Einwohnerzahlen unterstützen? Ein Ansatz sind sogenannte Smart-City-Konzepte und Smart Urban Areas. Sie können mit vernetzten digitalen Infrastrukturen in definierten Anwendungsfällen dazu beitragen, die wachsende Urbanisierung mit Blick auf Energieeffizienz, Ressourcen und soziale Aspekte zu unterstützen.

Immer mehr Menschen leben in Großstädten was den Wilo Megatrend Urbanisierung aufzeigt

Was bedeutet Urbanisierung?

In einer sich verändernden und vernetzten Welt sind Metropolen wichtige Knotenpunkte der Wirtschaft und prägen unser modernes Leben. Städte sind nicht nur Wirtschaftszentren, sondern auch politische und kulturelle Treffpunkte.

Das macht Städte für Menschen anziehend. Die wachsende Stadtbevölkerung braucht mehr Wohnungen, Verkehrsmittel und Infrastruktur, aber auch Umweltschutz und Nachhaltigkeit sind wichtiger. Städte müssen ihre Infrastrukturen daher an veränderte Anforderungen anpassen. Und zwar auf sozialer und funktionaler Ebene.

Wie entsteht Urbanisierung?

Die steigende Bevölkerungsdichte in den Städten ist auf eine Vielzahl von Faktoren zurückzuführen. Ein Hauptgrund für die Anziehungskraft von Städten ist ihre wirtschaftliche Bedeutung. Sie bieten mehr Jobs, außerdem besteht dort die Aussicht auf ein höheres Lohnniveau sowie auf bessere Bildungs- und Karrieremöglichkeiten. Insbesondere Menschen aus ländlichen Gebieten migrieren in Städte in der Hoffnung auf ein besseres Leben.

Ein Beispiel für das enorme Einwohnerwachstum ist die chinesische Metropole Shanghai, Heimat des größten Containerhafens der Welt: eine der größten Metropolregionen mit rund 25 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern ist eine der am schnellsten wachsenden Städte weltweit.

Nach Prognosen des Institutes for Economics & Peace (IEP) aus dem Jahr 2023 wird bis 2050 vor allem für bestimmte Städte in Afrika ein besonders starkes Bevölkerungswachstum erwartet. Städte wie Luanda, Nairobi, Dar es Salaam und Khartoum werden bis dahin demnach stark wachsen, manche Städte sogar um über 100 Prozent.


Herausforderungen der Urbanisierung

Wilo Wohngebäude in der Smart Urban Area

Städte verursachen einen hohen Flächen- und Ressourcenverbrauch: Auf Städte entfallen rund 70 Prozent der klimaschädlichen Emissionen. In bestimmten schnell wachsenden Städten kann die unzureichende Infrastruktur das Risiko von Ressourcenengpässen erhöhen und außerdem soziale Spannungen verstärken, Umweltbelastungen erhöhen und bei unzureichendem Angebot von Wohnraum die Ausbreitung informeller Siedlungen begünstigen. Laut dem United Nations Human Settlements Programme (UN-HABITAT) war der Anteil der Menschen, die im Jahr 2023 in Slums wohnen, in Städten in Afrika südlich der Sahara (50,2 Prozent) oder Zentralasien und Südasien (48,2 Prozent) besonders hoch. Weltweit lebten im selben Jahr rund 24 Prozent der Stadtbevölkerung in Slums.

Neben sozialen und wirtschaftlichen Problemen haben viele Städte auch mit verschiedenen Folgen des Klimawandels zu kämpfen, der sich auch durch Wasserknappheit oder Energieprobleme bemerkbar machen kann. So erlebt laut Daten des World Resources Institute von 2023 jede vierte der 500 größten Städte regelmäßig Engpässe bei der Wasserversorgung.


Lösungen für die Urbanisierung:

Skyline von Guangzhou, eine Smart Urban Area, als Beispiel für den Wilo Megatrend Urbanisierung

Smart Cities und Smart Urban Areas

Einer der vielversprechendsten Ansätze sind Smart-City-Konzepte und Smart Urban Areas. In diesem Zusammenhang können vernetzte Systeme in konkret definierten Anwendungsfällen, gegenüber normalen Großstädten, Ressourcen bündeln und somit schonen. Das gilt auch für den Einsatz von vernetzten, energieeffizienten Pumpen, die in definierten Szenarien die bedarfsgerechte Steuerung der Trinkwasserversorgung und Entwässerung unterstützen können. In den Fällen, in denen die derzeitigen Pumpensysteme in Städten nicht mehr den marktspezifischen aktuellen Anforderungen an Energieeffizienz und Digitalisierung entsprechen, kann eine Modernisierung, Nachrüstung oder ein Austausch zu prüfen sein. Wilo kann hier seine Erfahrung mit der Entwicklung und Produktion von Pumpen und Pumpensystemen einbringen und für die jeweiligen Projektanforderungen passende Konzepte zur Verfügung stellen.


Urbanisierung braucht dauerhafte Innovation

Smart-City-Konzepte können langfristig dazu beitragen, ausgewählte Herausforderungen der Urbanisierung zu adressieren. Diese Konzepte lassen sich nur mithilfe kontinuierlicher Anpassungen und Innovationen implementieren.

Wilo bietet moderne Lösungen für die Wasserversorgung und -entsorgung in Städten an. Darüber hinaus investiert Wilo in die Forschung und Entwicklung neuer Produkte und Technologien, zum Beispiel in neue Werkstoffe, digitale Funktionen oder neue Lösungsansätze für digitale und KI-Anwendungen in der Wasserwirtschaft. Neue technische und organisatorische Ansätze können Städte so bei einzelnen Herausforderungen der Urbanisierung unterstützen.

Wichtig ist die Zusammenarbeit von Behörden, Firmen und Bürgern in Smart Cities und Smart Urban Areas. Zusammenarbeit auf Grundlage gebündelten Expertenwissens kann die Entwicklung von Ansätzen für die Bewältigung konkreter Umweltprobleme sowie für bestimmte wirtschaftliche und soziale Herausforderungen unterstützen.


Referenzen

Xiong'an, China

Blick auf die Baustelle von Xiong'an in China

Mit der Stadt Xiong'an entsteht etwa 180 Kilometer von Peking entfernt eine Metropole, die etwa 2,5 Millionen Menschen beheimaten soll. Ziel ist es, eine Zukunftsstadt zu bauen, die höchste Nachhaltigkeitsstandards umsetzt. Nach den Projektplanungen soll die Stadt zur Entlastung bestimmter Funktionen Pekings beitragen. Sie soll aber vor allem das überbevölkerte Peking entlasten und mit der chinesischen Hauptstadt durch Hochgeschwindigkeitszüge verbunden werden.

Kairo, Ägypten

Blick auf New Cairo Administrative Capital City in Kairo Ägypten

Die „New Cairo Administrative Capital City“ befindet sich nur 60 Kilometer von Kairo entfernt, inmitten der Wüste. Sie ist die neue Verwaltungshauptstadt Ägyptens. Nach nur sieben Jahren Bauzeit wurde sie im Januar 2023 bereits offiziell eröffnet. Die Stadt ist für bis zu sechs Millionen Einwohnerinnen und Einwohner geplant und soll nach den Projektplanungen bestimmte Infrastrukturen Kairos entlasten.